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Wissenschaftlicher Schreibstil – für akademische Arbeiten

Der wissenschaftliche Schreibstil ist das Fundament jeder akademischen Arbeit – von der ersten Hausarbeit bis hin zur Dissertation. Wer sich mit einer komplexen Forschungsfrage auseinandersetzt, muss die Ergebnisse so präsentieren, dass sie nachvollziehbar, überprüfbar und frei von Missverständnissen sind. Anders als in journalistischen oder literarischen Texten stehen beim wissenschaftlichen Schreiben nicht Emotionen oder Unterhaltung im Vordergrund, sondern Klarheit, Präzision und Objektivität. Wer Unterstützung bei Struktur und Ausdruck benötigt, kann die Option Hausarbeit schreiben lassen nutzen, um professionelle Begleitung bei Planung, Formulierung und Feinschliff zu erhalten.

Gerade in Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation entscheidet der Schreibstil darüber, ob die Argumentation überzeugt und ob die Arbeit den formalen Standards genügt. Deshalb lohnt es sich, die Regeln des wissenschaftlichen Schreibens nicht nur zu kennen, sondern sie auch konsequent anzuwenden.

Wissenschaftlicher Schreibstil: Merkmale

Inhaltsverzeichnis

Ein wissenschaftlicher Schreibstil unterscheidet sich deutlich von Alltagssprache oder populärwissenschaftlicher Darstellung. Seine zentralen Merkmale sind:

  • Sachlichkeit und Neutralität – persönliche Meinungen oder wertende Formulierungen treten in den Hintergrund.
  • Präzision und Genauigkeit – jede Aussage muss klar belegt werden, Mehrdeutigkeiten sind zu vermeiden.
  • Strukturierte Darstellung – Gedanken werden logisch aufgebaut und nachvollziehbar miteinander verbunden.
  • Klarheit und Verständlichkeit – auch bei komplexen Themen soll der Text so formuliert sein, dass er für Fachleute wie auch für interessierte Laien nachvollziehbar bleibt.
  • Verwendung von Fachsprache – Terminologie ist erlaubt und erwünscht, muss aber korrekt eingesetzt werden.

Damit bildet der wissenschaftliche Schreibstil eine Brücke zwischen Forschungsergebnissen und Leserschaft. Er sorgt dafür, dass neue Erkenntnisse nicht nur dokumentiert, sondern auch im wissenschaftlichen Diskurs anschlussfähig werden.

Präzision und Verständlichkeit

Ein zentrales Prinzip des wissenschaftlichen Schreibstils lautet: so präzise wie möglich, so verständlich wie nötig. Jede Aussage in einer akademischen Arbeit sollte eindeutig sein und sich nicht in Nebensächlichkeiten verlieren.

wissenschaftlicher schreibstil merkmale

Füllwörter vermeiden

Unnötige Füllwörter verlängern den Text, ohne zusätzlichen Informationswert zu liefern. Sie nehmen Platz weg, machen Sätze schwerfällig und lenken vom Wesentlichen ab. Typische Beispiele sind:
also, wohl, meistens, in der Regel, gewissermaßen, anscheinend, entsprechend, gewiss, schon, nämlich.

Stattdessen sollten Kernaussagen kurz und direkt formuliert werden.

Beispiel:
„In der Regel ist es meistens so, dass die Ergebnisse gewissermaßen darauf hinweisen, dass…“
✔️ „Die Ergebnisse zeigen, dass…“

Präzise Wortwahl statt Floskeln

Metaphern, bildhafte Sprache und Floskeln wirken im wissenschaftlichen Kontext unpassend und können Mehrdeutigkeiten erzeugen.

Beispiel:
„Das Werk des Autors ist so vielseitig wie ein bunter Strauß Blumen.“
✔️ „Das Werk des Autors behandelt unterschiedliche thematische Schwerpunkte.“

Verständlicher Satzbau

Komplizierte Schachtelsätze sind schwer lesbar und erschweren das Verständnis. Besser ist es, komplexe Inhalte in mehrere kürzere, logisch verbundene Sätze zu gliedern.

Beispiel:
„Der Autor, der sein Werk 1956 erstmalig veröffentlichte, stieß mit seinen Aussagen, die gemeinhin als provokant bezeichnet wurden, einen öffentlichen Disput, an dem sich zahlreiche führende Wissenschaftler beteiligten, an.“
✔️ „1956 veröffentlichte der Autor sein Werk erstmals. Aufgrund seiner provokanten Aussagen löste er einen öffentlichen Disput aus, an dem zahlreiche führende Wissenschaftler teilnahmen.“

So entstehen Texte, die nicht nur formal korrekt, sondern auch leserfreundlich sind – eine Eigenschaft, die Prüfer:innen besonders schätzen.

Objektivität im wissenschaftlichen Schreiben

Ein wesentliches Kennzeichen des wissenschaftlichen Schreibstils ist Objektivität. Ziel ist es, Forschungsergebnisse neutral darzustellen – ohne persönliche Wertungen oder emotionale Sprache.

Distanz und Neutralität wahren

Wissenschaftliche Arbeiten sind weder Romane noch persönliche Essays. Wertende Adjektive wie „grandios“, „schrecklich“ oder „beeindruckend“ wirken subjektiv und sind zu vermeiden. Stattdessen sollte der Text auf überprüfbaren Fakten beruhen.

Beispiel:
„In diesem beeindruckenden Kapitel thematisiert der Autor das bedauernswerte Scheitern seiner dritten Ehe.“
✔️ „In diesem Kapitel beschreibt der Autor das Scheitern seiner dritten Ehe, das er im weiteren Verlauf mehrfach reflektiert.“

Die Ich-Form vermeiden

In deutschsprachigen wissenschaftlichen Arbeiten wird die Ich-Perspektive nur selten akzeptiert. Statt „Ich habe herausgefunden…“ empfiehlt es sich, neutrale Formulierungen zu wählen, zum Beispiel:

✔️ „In der Arbeit wurde herausgearbeitet, dass…“
✔️ „Die Untersuchung zeigt, dass…“

So bleibt der Fokus auf dem Forschungsprozess und nicht auf der Person des Autors.

Sachlich formulieren

Auch bei der Wortwahl gilt: keine emotionalen oder wertenden Begriffe. Statt „zum Glück ergab die Umfrage…“ besser „Die Umfrage ergab…“. Sachlichkeit sorgt dafür, dass Argumente auf einer nüchternen, wissenschaftlichen Ebene diskutiert werden können.

Objektivität bedeutet also nicht, unpersönlich oder langweilig zu schreiben, sondern die eigene Forschung so darzustellen, dass sie nachvollziehbar, überprüfbar und frei von Verzerrungen ist.

Fachbegriffe und Fremdwörter

Fachterminologie gehört zum wissenschaftlichen Arbeiten dazu – sie signalisiert Fachkompetenz und zeigt, dass man sich in der Disziplin auskennt. Dennoch ist der Umgang mit Fachbegriffen und Fremdwörtern ein Balanceakt zwischen Genauigkeit und Verständlichkeit. Wer hier Unterstützung braucht, findet bei einer Diplomarbeit professionelle Hilfe, um präzise und zugleich verständlich zu formulieren.

wissenschaftlicher schreibstil beispiele

Fachtermini korrekt einsetzen

Fachbegriffe sind erwünscht, wenn sie präzise Konzepte bezeichnen. Wichtig ist jedoch, dass diese korrekt verwendet und bei Bedarf kurz erklärt werden.
Beispiel:
✔️ „Die Studie basiert auf einem hypothesengeleiteten Forschungsdesign, das qualitative Interviews umfasst.“

Übermäßigen Gebrauch vermeiden

Zu viele Fremdwörter wirken nicht wissenschaftlich, sondern gekünstelt. Wer mit komplizierten Begriffen „um sich wirft“, läuft Gefahr, unverständlich zu schreiben oder vom eigentlichen Inhalt abzulenken.

Beispiel:
„In conclusio lässt sich postulieren, dass die paradigmatische Transformation evident ist.“
✔️ „Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass ein grundlegender Wandel erkennbar ist.“

Anglizismen nur mit Bedacht

Viele Fachgebiete sind von englischsprachiger Literatur geprägt. Dennoch sollte man Anglizismen nur dann verwenden, wenn es keinen gleichwertigen deutschen Begriff gibt. Statt „refined Qualitäten“ oder „voice“ ist es meist besser, die etablierten deutschen Ausdrücke zu wählen.

Verständlichkeit im Vordergrund

Die Leser:innen sollten trotz Fachsprache dem roten Faden folgen können. Bei besonders speziellen Begriffen empfiehlt es sich, eine kurze Definition oder Erläuterung zu geben. So bleibt die Arbeit nicht nur korrekt, sondern auch leserfreundlich.

Aktiv vs. Passiv im wissenschaftlichen Schreibstil

Viele Studierende greifen instinktiv auf Passivkonstruktionen zurück, weil diese im Deutschen als „offizieller“ oder „objektiver“ gelten. Doch im wissenschaftlichen Kontext gilt: Aktiv ist fast immer besser als Passiv.

Vorteile von Aktivsätzen

  • kürzer und verständlicher
  • klarer Satzfluss
  • Verantwortlichkeiten werden sichtbar
  • vermeidet unnötige Komplexität

Wann Passiv sinnvoll ist

  • wenn die handelnde Person unwichtig oder unbekannt ist („Es wurden Proben entnommen.“)
  • wenn der Fokus ausschließlich auf dem Vorgang oder Ergebnis liegt
Situation Passiv (ungünstig) Aktiv (empfohlen)
Ergebnisdarstellung Es wurde festgestellt, dass die Hypothese nicht bestätigt werden konnte. Die Analyse zeigt, dass die Hypothese nicht bestätigt wurde.
Methodenbeschreibung Es wurden 50 Interviews durchgeführt. Das Forschungsteam führte 50 Interviews durch.
Literaturbezug Es wird von Müller (2020) beschrieben, dass… Müller (2020) beschreibt, dass…
Problemdefinition Es konnte keine Lösung gefunden werden. Die Untersuchung fand keine Lösung.

Die aktive Form ist präziser, flüssiger und macht den Text für Lesende leichter nachvollziehbar.

Pronomen und Perspektive

Der Einsatz von Pronomen spielt im wissenschaftlichen Schreibstil eine zentrale Rolle. Er entscheidet darüber, ob eine Arbeit objektiv wirkt oder zu persönlich erscheint.

Ich-Form und Wir-Form

In deutschsprachigen wissenschaftlichen Arbeiten sollte die Ich-Form weitgehend vermieden werden. Statt „Ich habe herausgefunden…“ ist es besser, neutrale Konstruktionen zu verwenden:

✔️ „In der Untersuchung wurde gezeigt, dass…“
✔️ „Die Ergebnisse verdeutlichen, dass…“

Die Wir-Form kann in Teamprojekten oder Co-Autorenschaften sinnvoll sein, ist jedoch in Einzelarbeiten meist unangebracht.

Zweite Person vermeiden

Formulierungen in der zweiten Person (Du, Sie, Ihr) wirken zu direkt und unterbrechen die notwendige wissenschaftliche Distanz.

„In den folgenden Kapiteln erfahren Sie…“
✔️ „Die folgenden Kapitel erläutern…“

Neutralität durch unpersönliche Formulierungen

Statt persönliche Ansprache oder Selbstreferenz zu wählen, sollte der Text auf Handlungen, Methoden und Ergebnisse fokussieren.

Beispiele:

„Ich werde im nächsten Kapitel meine Methode darstellen.“

✔️ „Das nächste Kapitel beschreibt die angewandte Methode.“

So bleibt der Schreibstil neutral, sachlich und gleichzeitig gut lesbar.

Gendergerechte und vorurteilsfreie Sprache

Ein moderner wissenschaftlicher Schreibstil berücksichtigt nicht nur Präzision und Objektivität, sondern auch Gendergerechtigkeit und Vorurteilsfreiheit. Hochschulen legen zunehmend Wert darauf, dass Sprache inklusiv und diskriminierungsfrei gestaltet ist. Wer sich dazu inspirieren lassen möchte, kann im Ghostwriter Portfolio Beispiele für professionelle Arbeiten und unterschiedliche Schreibstile einsehen.

Geschlechtsneutrale Formulierungen

Früher war es üblich, ausschließlich die männliche Form zu verwenden („der Student“). Heute gilt dies als veraltet und wird vielerorts nicht mehr akzeptiert. Besser ist es, neutrale Begriffe zu nutzen:

  • „Studierende“ statt „Studenten“
  • „Lesende“ statt „Leser“
  • „Teilnehmende“ statt „Teilnehmer“

Diese Formulierungen sind klar, gendergerecht und vermeiden Missverständnisse.

Veraltete Disclaimer vermeiden

Formulierungen wie „Zur Vereinfachung wird nur die männliche Form verwendet, die weibliche ist selbstverständlich mitgemeint“ gelten heute als unzulässig. Sie widersprechen dem Anspruch einer fairen und modernen Wissenschaftssprache.

Vorurteilsfreies Schreiben

Neben Gendergerechtigkeit ist es wichtig, Stereotype und Verallgemeinerungen zu vermeiden. Aussagen über Gruppen sollten sachlich und differenziert bleiben:

„Ältere Menschen verstehen digitale Technologien kaum.“
✔️ „In der Befragung gaben 45 % der über 60-Jährigen an, digitale Technologien seltener zu nutzen.“

So wird verhindert, dass Texte diskriminierende oder voreingenommene Aussagen enthalten.

Fazit

Gendergerechte und vorurteilsfreie Sprache trägt dazu bei, dass wissenschaftliche Arbeiten nicht nur fachlich, sondern auch gesellschaftlich korrekt und verantwortungsbewusst formuliert sind.

Zeitformen im wissenschaftlichen Schreibstil

Die Wahl der richtigen Zeitform ist ein wichtiger Bestandteil des wissenschaftlichen Schreibstils. Sie signalisiert, ob es um allgemeingültiges Wissen, eigene Methoden oder Ergebnisse geht.

Grundprinzipien

  • Präsens: für aktuelle Erkenntnisse, Theorien und allgemeingültige Aussagen.
  • Präteritum / Perfekt: für eigene Forschungsschritte oder Ergebnisse aus der Vergangenheit.
  • Futur: für Ausblick und zukünftige Forschung.

Übersicht: Zeitformen in wissenschaftlichen Arbeiten

Abschnitt Empfohlene Zeitform Beispiel
Literaturübersicht Präsens / Präteritum „Forschende sind sich einig, dass…“
„Müller (2020) stellte fest, dass…“
Methode Präsens / Perfekt / Präteritum „Die Methode beinhaltet…“
„An der Befragung nahmen 1500 Personen teil.“
Ergebnisse Perfekt / Präteritum „Die Analyse hat ergeben…“
„Die Befragung ergab…“
Diskussion Präsens „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass…“
Schlussfolgerungen & Ausblick Präsens / Futur „Abschließend lässt sich sagen, dass…“
„Zukünftige Studien sollten…“

Diese Übersicht macht sofort deutlich, welche Zeitformen in welchem Abschnitt üblich sind und wie man sie korrekt einsetzt.

Struktur und Textfluss

Ein wissenschaftlicher Text überzeugt nicht nur durch seine Inhalte, sondern auch durch einen klaren Aufbau und einen gut lesbaren Textfluss. Eine saubere Gliederung erleichtert es den Lesenden, den roten Faden nachzuvollziehen.

Absätze sinnvoll gestalten

Jeder Absatz behandelt eine zentrale Kernidee. Er sollte mit einem einleitenden Satz beginnen, gefolgt von Erläuterungen, Beispielen oder Belegen, und mit einem kurzen Fazit abschließen. So entsteht eine logische Einheit, die gut lesbar bleibt.

Beispiel:

  • Einleitungssatz: „Die Bewertung wissenschaftlicher Arbeiten erfolgt nach formalen und inhaltlichen Kriterien.“
  • Erläuterung: „Zu den formalen Kriterien gehören unter anderem die Strukturierung, die Zitierweise und die Sprache.“
  • Fazit: „Eine klare formale Gestaltung ist damit ebenso wichtig wie eine fundierte Argumentation.“

Bindewörter für Kohärenz

Damit der Text nicht wie eine lose Aneinanderreihung von Gedanken wirkt, braucht es Verknüpfungen. Geeignet sind Konnektoren wie:

  • daher, somit, allerdings, darüber hinaus, im Gegensatz dazu, folglich, dennoch.

Sie stellen logische Beziehungen her und schaffen Übergänge zwischen Sätzen und Absätzen.

Roter Faden durch Übergänge

Auch größere Abschnitte einer Arbeit müssen sinnvoll verbunden sein. Einfache Überleitungssätze halten die Leser:innen im Textfluss:

  • „Das vorherige Kapitel hat sich mit XY beschäftigt, das folgende Kapitel vertieft nun…“
  • „Um die aufgestellte Hypothese zu überprüfen, wird im nächsten Abschnitt die Methode beschrieben.“

So bleibt die Argumentation nachvollziehbar und die Struktur der Arbeit wirkt in sich geschlossen.

Eigener wissenschaftlicher Schreibstil entwickeln

Neben allgemeinen Regeln ist es wichtig, im Laufe des Studiums einen eigenen wissenschaftlichen Schreibstil zu entwickeln. Dieser sorgt dafür, dass die Arbeit authentisch wirkt und sich gleichzeitig durch Einheitlichkeit und Lesefreundlichkeit auszeichnet.

wissenschaftlicher schreibstil beispiel

Einheitlichkeit bewahren

Ein häufiger Fehler ist das Vermischen verschiedener Stile – mal zu formell, mal zu locker, oder sogar das Übernehmen fremder Formulierungen. Das wirkt unausgegoren und kann beim Prüfer den Verdacht auf Plagiat erwecken. Deshalb gilt: lieber konsequent sachlich und klar schreiben, auch wenn das bedeutet, auf „kreative Ausschmückungen“ zu verzichten.

Lesefreundlichkeit prüfen

Ein einfacher Trick, um den eigenen Text zu überprüfen: laut vorlesen. Wenn man beim Lesen über Sätze stolpert oder diese zu lang wirken, sollten sie umgeschrieben werden. Kurze, klare Strukturen erhöhen die Verständlichkeit erheblich.

Beispiel:
„Im Zuge der durchgeführten Forschungsprozesse hat sich gezeigt, dass die Ergebnisse, die anhand der zuvor definierten Methoden erzielt werden konnten, in einem direkten Zusammenhang mit der Hypothese stehen.“
✔️ „Die Ergebnisse der Untersuchung stehen in direktem Zusammenhang mit der Hypothese.“

Routine durch Lektüre

Wer regelmäßig wissenschaftliche Texte liest, entwickelt automatisch ein Gefühl für deren Ausdrucksweise. Beim Lesen sollte man nicht nur auf Inhalte achten, sondern auch darauf, wie Autor:innen argumentieren, gliedern und formulieren. Diese Analyse hilft, die eigene Schreibroutine zu stärken.

Stil als Handwerk

Wissenschaftliches Schreiben ist kein angeborenes Talent, sondern ein Handwerk, das man üben kann. Mit jeder Hausarbeit oder Seminararbeit wächst die Sicherheit – bis hin zu Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation.

Typische Fehler im wissenschaftlichen Schreibstil

Auch wenn die Grundlagen klar sind, schleichen sich in vielen Arbeiten wiederkehrende Fehler ein. Sie beeinträchtigen nicht nur die Verständlichkeit, sondern wirken auch unprofessionell.

Wortneuschöpfungen und falsche Steigerungen

Formulierungen wie „einzigste“, „maximalsten“ oder „keinster Weise“ sind grammatikalisch falsch und haben in einer wissenschaftlichen Arbeit nichts verloren. Sie lassen Texte schlampig wirken und untergraben die Glaubwürdigkeit.

Anthropomorphismen

In wissenschaftlichen Arbeiten sollte man vermeiden, Dingen oder Konzepten menschliche Eigenschaften zuzuschreiben.

„Die Abbildung erklärt, dass…“
✔️ „Die Abbildung zeigt, dass…“

„Bakterien lauern überall.“
✔️ „Bakterien sind in der Probe nachweisbar.“

Übermäßiger Nominalstil

Zwar ist der Nominalstil (Substantivierungen) in wissenschaftlichen Arbeiten üblich, doch ein Zuviel macht Texte schwer verständlich.

„Das Aufspüren des Fehlers durch das Analysieren der Daten führte zur Korrektur.“
✔️ „Die Datenanalyse deckte den Fehler auf.“

Endlossätze und Wortmonster

Zu lange Sätze oder zusammengesetzte „Wortungetüme“ erschweren den Lesefluss.

„Der Direktmarketingabteilungsleiter präsentierte die Ergebnisse.“
✔️ „Der Leiter der Direktmarketing-Abteilung präsentierte die Ergebnisse.“

Fehlende Kohärenz

Wenn Absätze und Kapitel nicht logisch miteinander verbunden sind, verliert der Text seinen roten Faden. Einfache Übergangssätze schaffen hier Klarheit.

Der wissenschaftliche Schreibstil ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, das Forschungsergebnisse nachvollziehbar und überzeugend präsentiert. Klarheit, Präzision und Objektivität bilden dabei die Grundlage. Wer Füllwörter streicht, kurze und verständliche Sätze schreibt, Fachbegriffe korrekt einsetzt und zugleich auf Neutralität achtet, erfüllt die wichtigsten Anforderungen. Studierende, die Unterstützung benötigen, können ihre Hausarbeit schreiben lassen und so sicherstellen, dass Kohärenz, Stil und wissenschaftliche Standards eingehalten werden.

Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg ist die Konsequenz: Einheitliche Sprache, gendergerechte Formulierungen und logische Übergänge sorgen dafür, dass der rote Faden erhalten bleibt. Ebenso wichtig ist es, typische Fehler wie Wortmonster, unnötige Fremdwörter oder die übermäßige Verwendung des Passivs zu vermeiden.

Am Ende entwickelt jede:r Studierende mit der Zeit einen eigenen wissenschaftlichen Stil, der zu den Anforderungen des Fachgebiets passt und dennoch die allgemeinen Standards akademischen Schreibens einhält. Wer diese Prinzipien beachtet, schafft es, seine Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation nicht nur korrekt, sondern auch überzeugend zu verfassen.

FAQ – Wissenschaftlicher Schreibstil

Was versteht man unter wissenschaftlichem Schreibstil?

Welche typischen Fehler sollte man vermeiden?

Sollte man im wissenschaftlichen Text die Ich-Form verwenden?

Welche Zeitformen sind üblich?

Was ist bei gendergerechter Sprache zu beachten?

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Sophia Becker leitet als Online-Marketing Expertin den hausarbeit-schreiben.com Blog sowie alle Veröffentlichungen, Änderungen und Sonderaktionen auf unserer Webseite. Darüber hinaus ist sie für die gesamte Öffentlichkeitsarbeit und die Kommunikation mit unseren Medienpartnern zuständig.

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