Zitieren

Richtig zitieren zu können, ist eine der wichtigsten Fähigkeiten, die Sie in Ihrer Hausarbeit unter Beweis stellen müssen. Es gibt zwei Möglichkeiten, die Gedanken anderer wiederzugeben. Sie können entweder direkt zitieren (s.u.). Alternativ können Sie diese auch paraphrasieren oder zusammenfassen. 

Richtig Zitieren: Ein Beispiel

Abschnitte beliebiger Länge, die einen fremden Gedanken paraphrasiert oder zusammenfassend wiedergeben, müssen versehen werden mit einer Quellenangabe, mit einer präzisen Seitenzahl und mit Vgl., was Vergleiche bedeutet. 
 
Da studentische Hausarbeiten in der Regel in einem beträchtlichen Maße Gedanken anderer Autoren wiedergeben, werden innerhalb fast aller Absätze oder hinter der Vielzahl der Absätze Belege eingefügt.

Zitate

Im Folgenden werden zentrale Punkte beschrieben, die den Umgang mit referierten Gedanken betrifft.

Richtig Zitieren: Vergleiche

Die Seite der Hausarbeit in der nebenstehenden Abbildung hat fünf Texte zur Grundlage: Das blaue, das grüne, das gelbe, das schwarze und das rote Buch.
 
Sollten sich mehrere Absätze auf unterschiedliche Texte stützen, so werden sie jeweils mit einer eigenen Quellenangabe versehen. Fußnote 1 in dem Beispiel gibt Passagen aus dem blauen Buch wieder und Fußnote 2 welche aus dem grünen Buch.
 
Alles, was Sie einbringen (z.B. eigene Analysen, Ihre Anmerkungen), wird nicht mit einem Beleg versehen. Siehe die Abschnitte nach den Fußnoten 2 und 5.
 
Sollte sich ein Absatz auf mehrere nahe beieinanderliegende Seiten eines Werkes beziehen, so kann man S. x-y benutzen. Siehe Fußnote 3. Hätte sich dieser Absatz auf weit auseinanderliegende Textabschnitte bezogen, hätten Sie das in einer Fußnote zusammenfassen können, z.B. Vgl. Schmidt 2007, S. 25, 57.
 
Sollte sich ein Absatz auf Textabschnitte unterschiedlicher Werke beziehen, muss man in dem Absatz ebenfalls mehrere Belege setzen. Siehe zu beiden Punkten die Fußnoten 4 und 5.

Zitate

 
Wichtig ist, dass Sie auch dann einen Beleg setzen, wenn sich mehrere Absätze auf den gleichen Text beziehen. Sehen Sie sich dazu die Fußnoten 6 bis 9 an.
 
Sollten Sie in dem Beispiel nur bei Fußnote 9 einen Beleg setzen und bei Fußnote 6, 7 und 8 keinen, dann ist das ein schwerer Fehler.

Richtig Zitieren: Was sind Gedanken anderer?

Wenn Sie etwas im Seminar gelernt haben und das in Ihrer Hausarbeit benutzen, müssen Sie dort einen Beleg einfügen.
 
Gedanken können also auch Aspekte sein, die Sie bereits wissen. Es geht beim Zitieren darum, dass eine Erkenntnis auf eine bestimmte Person oder Personengruppe zurückgeht. Das zentrale Werk müssen Sie dann anführen.
 
Wenn Sie zum Beispiel erst Medizin studiert haben, dann in die Sprachwissenschaft wechseln und dann eine Hausarbeit über Sprachstörungen schreiben, dann können Sie nicht einfach Ihr Wissen aufschreiben, dass Sie bereits während des Medizinstudiums gelernt haben. Sie müssen an jeder Stelle angeben, von welchem Forscher die Erkenntnis kommt. 

Richtig Zitieren: Direkte Zitate

Zitieren Sie einen Text direkt, so machen Sie einen Beleg, dem nichts vorausgeht. Der Text zur Fußnote 72 wurde referiert, der Text zur Fußnote 73 wurde direkt zitiert.
Vgl.

Vgl. und direkte Zitate

Im Text werden Zitate durch Kursivschreibung gekennzeichnet oder dadurch, dass sie in Anführungszeichen gesetzt werden.
 
Zitate, die mehr als zwei Zeilen umfassen, müssen eingerückt werden. Sie haben einen 1-fachen Zeilenabstand und die Schriftgröße wird verringert. (In dem folgenden Textsegment sehen Sie auch einen anderen Zitierstil. Der Autor verzichtet auf Vgl. vollständig. Als etablierter Wissenschaftler kann man sich das erlauben, nicht aber als Student.)
Zitate eingerückt

Ausschnitt aus Ziem (2008), S. 285.

Wenn Ihre Arbeit fast ausschließlich aus direkten Zitaten zusammengepuzzelt ist, dann bekommen Sie keine besonders gute Note. Ein Teil der Leistung besteht darin, dass man andere Positionen in eigenen Worten wiedergibt. Direkte Zitate sollte man nur dann benutzen, wenn man es nicht in eigenen Worten wiedergeben kann oder wenn die Formulierung aus der Sekundärliteratur unübertrefflich pointiert ist.

Richtig Zitieren: Anmerkungen

Man folgt den gerade beschriebenen Zitier-Verfahren unabhängig davon, ob man sich auf eine Monographie, auf einen Aufsatz etc. bezieht. Auch, ob es sich um einen deutschen oder englischen Text handelt, spielt keine Rolle. Und auch unabhängig davon, ob es sich bei den Werken um viele verschiedene, um einige wenige oder um genau ein Werk handelt.
 
Wenn der Dozent sieht, dass Sie keine Belege benutzen, braucht er nicht weiter zu lesen, dann kann er Sie direkt durchfallen lassen. Das wichtige ist hier: Wenn der Inhalt gelungen ist, können Sie aufgrund von formalen Schwächen schlechte Noten bekommen. Wenn diese korrekt angewendet werden, ist das die Voraussetzung für gute Noten – unabhängig vom Inhalt.
 
Während Sie schreiben, sollten Sie immer direkt die Quellen angeben. Wenn Sie erst lesen, dann schreiben und danach suchen müssen, wo Sie die Sachen herhaben, dann erschwert das die Arbeit erheblich. Außerdem kommt hinzu, dass Sie an ein Buch später eventuell nicht mehr drankommen, sodass Sie nicht mehr nachvollziehen können, wo Sie bestimmte Punkte genau gelesen haben.
 
Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Zitationstile. Sie sollten am besten Ihren Dozenten oder einen Tutor fragen, welchen er bevorzugt. Es kann auch sein, dass in Ihrem Fach, im Institut oder an der Fakultät ein bestimmter Stil gängig ist. Viele Universitäten bieten dazu einen Style-Guide an, den Sie runterladen können. Das können Sie bei Ihrem Dozenten, bei Tutoren oder in der Fachschaft erfragen. 
 
Haben Sie die Ausführungen auf dieser Seite vollständig verstanden? Wenn nein, lesen Sie sich diese noch einmal durch und kommen Sie darauf zurück, wenn Sie während des Schreibens unsicher sind. Denn: Wenn in diesem Bereich Fehler auftreten, wirkt sich das massiv auf Ihre Note aus – unabhängig davon, ob der Rest der Arbeit sehr gelungen ist oder nicht.
 
Wenn Sie jetzt endlich mit dem Schreiben anfangen wollen, klicken Sie auf Hauptteil
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